Leben im Ausnahmezustand.

Erstellt am:24.3.2020

Das Corona-Virus verändert auch den Alltag in den Wohnheimen der Stiftung Waldheim. Derzeit richtet sich der Tagesablauf mehrheitlich nach dem bestehenden Pandemieplan. Demzufolge muss im Moment auch auf Ausflüge verzichtet werden. Das heisst jedoch nicht, dass der Spass verloren geht.

Das Leben spielt sich derzeit, trotz strahlendem Sonnenschein, mehrheitlich auf den Wohngruppen ab. Wo immer es möglich war, wurde den Bewohnerinnen und Bewohnern mittels einfacher Sprache und mit Gebärden die Gründe für das Daheimbleiben erklärt. Zudem galt es, Ihnen die Sicherheitsaspekte zu vermitteln. Dazu gehört unter anderem die Einhaltung des Sicherheitsabstandes von zwei Metern. Vereinzelt ist der Abstand jedoch nicht möglich, dann tragen die Mitarbeitenden jedoch konsequent eine Hygienemaske. Auch an diese Änderung haben sich die Bewohner schon gewöhnt. Tatsache ist: Auch Menschen mit geistiger Beeinträchtigung können die Situation durchaus verstehen und ihr Verhalten anpassen. Auf Umarmungen müssen sie in diesen Tagen schweren Herzens verzichten.

So viel Normalität wie möglich

Und so spielt sich der Heimalltag aktuell mehrheitlich drinnen ab. Es werden Spiele gespielt, Musik gehört oder auch mal das Zimmer aufgeräumt. Eigentlich wie immer – nur, dass sich der Gang nach draussen auf das Areal der Wohnheime beschränkt. Dass diese in der typischen Art der Appenzeller Streusiedlung gelegen sind, ist dabei natürlich ein wertvoller Vorteil. Gerade für Menschen mit Behinderung ist der Verbleib in den eigenen vier Wänden nicht immer einfach und die Zeit draussen umso wichtiger. Ein besonderer Farbtupfer bilden die Sequenzen mit den Ateliermitarbeitenden, die jetzt auf den Wohngruppen tätig sind, da die Ateliers ihren Betrieb vorübergehend eingestellt haben – nach dem Motto: kommen die Bewohner nicht ins Atelier, kommt das Atelier zu den Bewohnern.

Kommunikation mit digitalen Hilfsmitteln

Um die Menschen bei der Stiftung Waldheim zu schützen, war leider auch eine temporäre Änderung der Besuchsregeln angezeigt. Während im Normallfall die Häuser für Besucher stets offenstehen, musste nun eine Kehrtwende vollzogen werden. So paradox es klingt: im Moment können die Besucher bzw. Angehörigen vor allem unterstützend wirken, indem sie auf Besuche und Wochenend-Ausflüge verzichten. Anstelle des persönlichen Kontakts treten in diesen Tagen die digitalen Hilfsmittel, die momentan generell im gesellschaftlichen Leben hoch im Kurs stehen: Facetime, Skype und Co. werden intensiv genutzt und sorgen dafür, dass man seine Liebsten daheim regelmässig sehen und sich austauschen kann.

Klar ist: Alle hoffen, dass diese Situation schon bald dem gewohnten Alltag weichen wird. Doch im Moment sind wir davon noch ziemlich weit entfernt. Die Corona-Task-Force der Stiftung Waldheim beurteilt die Lage Tag für Tag und passt die Massnahmen im Bedarfsfall sehr kurzfristig an.