Leben mit Autismus.

Erstellt am: 2.4.2021

Am 2. April ist Welt-Autismus-Tag. Dieser besondere Tag soll das Verständnis für betroffene Menschen fördern und darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, Autismus noch intensiver zu erforschen. Die Stiftung Waldheim bietet Menschen mit Autismus-Spektrums-Störungen ein angepasstes Wohnumfeld für eine einfühlsame Betreuung und Begleitung im Alltag. Dazu gehören reizarme Räumlichkeiten, nutzbringende Therapieformen und gezieltes Sozialtraining.

 

Drei Erscheinungsbilder werden heute im Zusammenhang mit Autismus am häufigsten genannt: frühkindlicher Autismus, das Asperger-Syndrom und atypischer Autismus. Die jeweilige Ausprägung kann sich dabei sehr unterschiedlich bei den betroffenen Menschen manifestieren. Da heute immer häufiger leichtere Formen von Autismus diagnostiziert werden und eine klare Differenzierung nicht immer möglich ist, wird mittlerweile häufig der Oberbegriff «Autismus-Spektrums-Störungen» (ASS) verwendet. Genaue Zahlen zum Anteil an Menschen mit ASS wurden bislang nicht erhoben. Schätzungen gehen davon aus, dass rund ein Prozent der Weltbevölkerung von Autismus betroffen ist.

Offen, aber zurückhaltend

Lange galten Autisten als besonders gefühlsarme Menschen. Die moderne Forschung stellt jedoch immer häufiger das Gegenteil fest und ist der Auffassung, dass ein Leben in innerer Zurückgezogenheit in erster Linie ein Schutzmechanismus vor Überforderung ist. Häufig erklärt man Autismus-Spektrums-Störungen auch als Störung der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung. Diese Attribute wirken sich wiederum auf die soziale Interaktion, die Kommunikation und das persönliche Verhalten aus. Vielen Autisten fällt es beispielsweise schwer, soziale und emotionale Signale von Mitmenschen zu deuten und darauf zu reagieren. Sie vermeiden es tunlichst, Blick- und Körperkontakt aufzunehmen. Andere sind auf bestimmte Interessen und Rituale fixiert und haben oft Mühe mit Veränderungen. Darüber hinaus zeigen viele Autisten in gewissen Teilbereichen besondere Fähigkeiten. Dabei ist jeweils von einer sogenannten «Inselbegabung» die Rede.  

Qualifizierte Begleitung

In den Wohnheimen der Stiftung Waldheim finden erwachsene Menschen mit ASS fachgerechte Begleitung in familiär geborgener Atmosphäre. Ein konsequent strukturierter Alltag, der von wiederkehrenden Abläufen geprägt ist, vermittelt den betroffenen Menschen die nötige Stabilität und Sicherheit. Aber nicht nur das: Wir fördern auch die persönliche Weiterentwicklung auf verschiedenen Ebenen. Dies gelingt mit einer aktivierenden Alltagsgestaltung, zu der kreatives Arbeiten, medizinisch therapeutische Übungen, der Umgang mit der Tierwelt sowie sportliche Aktivitäten zählen. Dadurch unterstützen wir die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls.

Und damit auch die sozialen Kontakte nicht zu kurz kommen, finden viele gemeinsame Aktivitäten auf den Wohngruppen statt. Von Ausflügen über Kochen oder Spielen bin hin zum Musikkreis. Getreu dem Motto des diesjährigen Welt-Autismus-Tags, der am 2. April begangen wird: «I can learn, I can work.»